Tipps für den Urlaub an der Algarve

Anreise

Wir sind von Hamburg nach Faro geflogen. Der Flughafen liegt circa eine Stunde von der Algarve mit dem Auto entfernt.

Mietwagen

Ein Mietwagen an der Algarve ist ein absolutes Muss, weil es so viele schöne Orte zu entdecken gibt. Außerdem kommt man so am Besten vom Flughafen weg. Beim Mietwagenverleih wird einem das Angebot gemacht, eine Gebühr von 20 Euro zu zahlen, um auch die Autobahnen nutzen zu dürfen. Diese sind zwar mautpflichtig, dafür aber in sehr gutem Zustand und fast leer. Man spart durch ihre Nutzung oftmals Zeit. Im Auto ist ein Gerät installiert, was die mautpflichtigen Abschnitte automatisch berechnet. Diese werden im Anschluss von der Kreditkarte abgebucht. Die Landstraßen sind auch in gutem Zustand und außerdem sieht man noch ein bisschen mehr von der Umgebung. Autofahren an der Algarve ist, mit anderen südlichen europäischen Ländern vergleichen, relativ einfach. Es gibt nur viele Kreisel und wenig Ampeln, sodass man immer gut drauf achten sollte, wo man raus muss. Wirklich bemerkenswert sind die kostenfreien Parkmöglichkeiten überall.

Unterkunft

Wenn man ein bisschen mehr für sich sein möchte, empfiehlt sich ein Bungalow in einer Ferienanlage. Man kann sich, dank des Mietwagens und der vielen Supermärkte in jedem Urlaubsort gut selbst versorgen. Dafür kann man in Ruhe auf der Terrasse frühstücken und muss sich nicht an bestimmte Essenszeiten halten oder für den Kaffee Schlange stehen.

Wetter im September

Sogar Mitte September kommt einem beim Aussteigen am Flughafen in Faro aus dem Flieger die „Urlaubshitze“ schon entgegen. Mit Temperaturen um die 30 Grad kann man auf jeden Fall rechnen und für den Abend geht auch noch ein Kleidchen mit dünner Strickjacke. Auch strahlender Sonnenschein und blauer Himmel ist garantiert. Das Baden im Meer ist herrlich erfrischend, eher warm als kalt, sodass man es gut länger im Wasser aushält. Hin und wieder kann es mal etwas windiger werden, sodass Strandtage ausfallen können aber dafür gibt es genug anderes zu entdecken.

Ausflüge

Ein paar Ausflugstipps findet ihr in meinem Routenvorschlag und vor Allem in meinem Beitrag Highlights an der Algarve. Es ist empfehlenswert morgens schon früh aufzubrechen weil noch nicht so viele Touristen unterwegs sind. Die Straßen sind dann leerer und man hat die Zielorte noch für sich und kann reine Landschaftsbilder schießen. Auch die Parkplatzsituation ist morgens einfach, wurde gegen Mittag allerdings schon schwieriger. Ich würde empfehlen, eher Richtung Westen zu fahren, weil sich dort auch das weniger touristische Naturschutzgebiet befindet.

Routenvorschlag für eine Woche:

1. Tag Alvor Strand und Stadt erkunden
2. TagStrandtag
3. TagCoast Walk am Praia da Marinha und
Strandtag dort
4. Tag Strandtag
5. Tag Salema, Ponta da Piedade mit Strand und am
Nachmittag/Abend Lagos
6. Tag Praia do Arrifana, Bordeira, Praia do Amado
und Cordoama, eventuell noch Cabo de São Vicente
7. Tag Stradtag

To Do Liste für die Algarve:

  • Mietwagen leihen
  • Muscheln sammeln im Meer
  • Für Ausflüge früh starten

USA- 2 Wochen Florida-Rundreise mit dem Auto

Da ich zunächst privat in Atlanta (Blogbeitrag folgt) war und dorthin und auch wieder von dort zurück geflogen bin, startete unsere 2-wöchige Florida-Rundreise eigentlich in Daytona Beach. Wir sind kurz vor Weihnachten gestartet, waren über Weihnachten und Silvester unterwegs und Anfang Januar wieder zurück in Atlanta.

Da so eine große Reise viel Planungs- und Organisationszeit benötigt, hoffe ich, dass ihr euch hier schonmal einige Inspirationen für eure eigene Florida Reise holen könnt.

Unsere Route

Daytona Beach2 Nächte
Miami3 Nächte
Homestead
(Ausflüge Everglades + Florida Keys)
3 Nächte
Fort Myers2 Nächte
Madeira Beach2 Nächte
Crystal River1 Nacht

Detaillierter Reiseablauf zum Runterladen

Detaillierter Reiseablauf Florida-Rundreise

Daytona Beach

Wir sind in Atlanta mit dem Auto gestartet und haben wir uns auf den Weg auf unsere Florida-Rundreise gemacht. Da wir ganz Florida bereisen und keine allzu langen Strecken am Stück fahren wollten, haben wir uns als ersten Stopp für Daytona Beach entschieden, bevor es weiter nach Miami ging. Wir haben uns ein Hotel etwas weiter weg vom Zentrum gebucht. Leider hat es geregnet und es war grau, was uns aber nicht von einem 10 Kilometer Strandspaziergang abgehalten hat. Was uns als erstes auffiel, sind die Autos am Strand. Es herrschen Gezeiten, sodass der Strand zu einer bestimmten Zeit am Tag sehr breit ist. Dort dürfen Autos dann gegen eine Gebühr von 20 Dollar pro Tag rauffahren. Das zweite was uns aufgefallen ist, waren viele verschiedene Vogelarten, die wir bei uns nicht kennen. Am spannendsten waren mehrere Schwärme von grauen Pelikanen, die an der Küste entlang geflogen sind. Die Vögel sind riesig und sie haben sich majestätisch vom Wind treiben lassen. Dann waren wir begeistert von lustig aussehenden Meerestieren, die angetrieben wurden, die leuchtend blau, lila und rosa waren, und sich später als hoch giftige portugiesische Galeeren, auch Floating Terror gennant, rausgestellt haben. Sie sind eine Art aus der Gattung der Seeblasen. Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang sein und enthalten Gift, das richtig weh tun kann. Für den Menschen sind sie meist nicht lebensgefährlich. Wir sind am Strand Richtung Hyatt Hotel (Unbezahlte Werbung) gelaufen und an der Hauptstraße zurück. Auf dem Rückweg haben uns beim 7 eleven (Unbezahlte Werbung) ein Eis rausgeholt. Zum Badeurlaub machen ist der Daytona Beach herrlich denke ich, der Strand ist großartig, breit, naturbelassen, sauber und das Meer wild und schön. Ansonsten hat der Ort, von dem was wir gesehen haben, nicht viel zu bieten.

Miami

Auf dem Weg nach Miami passiert man Jacksonville, eine der größten Städte Floridas und man kann vom Highway einen kurzen Blick auf die Ausmaße werfen. In Miami Beach angekommen, waren wir erstmal überwältigt von den Preisen, die fürs Parken genommen werden. In South Beach gibt es die höchsten Parkgebühren der USA. Wir haben 30 Dollar pro Nacht für das Auto gezahlt und haben es auch 3 Tage nicht angerührt. Dort läuft alles über das Valet Parking. Man gibt seinen Schlüssel ab, das Auto wird ins Parkhaus gebracht, das normalerweise etwas weiter entfernt ist und wenn man es brauch, bringen sie es einem zurück zum Hotel. 30 Dollar waren noch günstig und dafür wusste man, dass es ein privater und bewachter Parkplatz ist und der Mietwagen dort sicher ist.

Wir haben Miami als eigenen kleinen Kosmos erlebt. Es war ganz anders als die anderen Teile/Städte der USA, die wir unterwegs gesehen haben. In Miami wird überwiegend spanisch gesprochen und der lateinamerikanische Einfluss ist in der Stadt deutlich spürbar.

Wir waren 3 Tage über Weihnachten in Miami und hatten unsere Unterkunft in South Beach am Rand zu Middle Beach. Uns hat es dort gut gefallen, da es etwas ruhiger ist und es nicht so viele Leute am Strand gibt. Und auch wenn man es normalerweise ruhiger und etwas abseits der Touristenmassen mag, gibt es, glaube ich, keinen schöneren Ort, an dem man dann froh ist, doch mitten im Geschehen zu sein. Denn das ist es, was Miami ausmacht. Man kann zwar am wunderschönen breiten pulvrigen Sandstrand mit türkis durchsichtigem Meer liegen und Sonne tanken, aber es gibt auch noch vieles anderes zu sehen. Vor allem abends kann man großartig ohne Ende flanieren. Es ist zwar alles touristisch und voll, aber eben auch echt cool. Je weiter nördlich man in Miami Beach spaziert, desto ruhiger wird es. Wenn man einen langen Spaziergang machen möchte, muss man sich entscheiden ob man am Strand oder am Miami Boardwalk geht. Dieser Boardwalk ist wie eine sehr exotische Strandpromenade, die ungefähr 6,5 Kilometer am Strand entlang führt.

Wie gesagt, würde ich empfehlen, das Auto in Miami stehen zu lassen und alles entweder zu Fuß, mit dem Bus oder dem kostenlosen Trolley zu erkunden. Die Insel Miami Beach ist 16 Kilometer lang, sodass man manchmal doch auf den Bus umsteigen muss. Der Free Trolley Service, das sind kostenlose Kleinbusse, die alle 20 Minuten die Küste abfahren und an wichtigen Stationen, wie der Collins Avenue, halten. Sie sind meist voll und man steht immer recht eingequetscht, aber sie sind eben for free.

TO DO:

  • Ocean Drive mit pastellfarbenen Art Deco Häusern, Zentrum des Nachtlebens von Miami Beach. Restaurants etc. sind dort fast unbezahlbar. Lieber in 2. oder 3. Strandreihe gucken
  • Lummus Park, führt zum Sandstrand
  • South Pointe Park zum spazieren, abhängen und Fotos machen. Von hier ersten Blick auf Miami Downtown
  • Española Way, konzipiertes historisches spanisches Dorf
  • Fotos an den berühmten bunten Stelzen-Hütten der Lifeguards machen
  • Bootsfahrt vom Bayside Marketplace durch die Biscane Bay an Star Island, den Villen der Reichen und Schönen vorbei. Bester Blick auf Skyline von Downtown Miami, viele Infos über die Stadt

TO SKIP:

Nach der Bootstour wollten wir vom Bayside Marketplace zu Fuß nach Little Havana laufen. Es war der zweite Weihnachtstag und die Straßen waren gruselig leer. Wir sind auf einen Haufen Obdachloser gestoßen und ich habe mich nicht dort garnicht wohl gefühlt, sodass wir in den Bus gestiegen sind. Man hat sich so ein bisschen verloren gefühlt. Little Havana an sich habe ich mir spannender vorgestellt, es ist eigentlich nur eine Straße mit kubanischen Geschäften. Ich würde es vielleicht auslassen und eher nach Wynwood fahren. Das haben wir leider nicht mehr geschafft.

Florida Keys

Key West

Ab Homestead (dort war unsere Unterkunft- gute Ausgangslage für Florida Keys und Everglades) beginnt der US-Highway 1, den man auch Overseas Highway nennt. Die Fahrt über die Florida Keys bis nach Key West gilt als Scenic Highway und führt über rund 200 km und 42 Brücken. Da die Unterkünfte in Key West sehr teuer sind, machen viele nur einen Tagesausflug dorthin und fahren die Strecke an einem Stück durch. Auch wir haben nur einen Tagesausflug nach Key West gemacht.

Je weiter man sich vom Festland entfernt, umso karibischer wird die Landschaft. Beim aus dem Fenster gucken habe ich eine riesige Eidechse gesehen und wusste danach nicht mehr, ob ich sie mir nur eingebildet hab. Außerdem lag eine überfahrene Schildkröte am Straßenrand. Auf dem Rückweg haben wir ein Key deer, einen kleinen Hirsch gesehen, der auf den Keys lebt.

Auf Key West angekommen, waren wir auf der Suche nach einem Parkplatz. Da Feiertage waren (zwischen Weihnachten und Silvester) und natürlich ganz USA auf Key West Urlaub macht, sollte der Parkplatz für den Tag 30 Dollar kosten. Es war sehr heiß und wir wollten gerne einen halben Tag an den Strand und und einen halben Tag zu Fuß die Insel anschauen. Wir sind dann zufällig auf den Fort Zachary Taylor Historic State Park gestoßen.

Fort Zachary Taylor Historic State Park

Ein State Park ist ein natur- oder denkmalgeschütztes Gebiet. Für den Park mussten wir mit dem Auto 8 Dollar bezahlen. Dafür konnte man dort den ganzen Tag parken, wenn man wollte. Es gibt einen künstlich angelegten Strand, an dem man wohl super tauchen und schnorcheln kann (bei den Florida Keys gibt es das weltweit 3. größte Riff), eine Burg, 3 kleine Spazierwege und eine ganz besondere Flora und Fauna.

Leider stand der Wind wohl an dem Tag so, dass die Wellen sehr hoch waren und das Wasser dadurch sehr aufgewühlt war und man konnte beim Schnorcheln nicht mal seine eigenen Füße sehen. Von dem Strand war ich enttäuscht und habe auch an anderen Orten der Keys weder schönes Wasser noch schöne Strände gesehen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Die Strände waren eher wie am Baggersee.

Nach einer Stunde in der Sonne, wollten uns die Burg angucken. Plötzlich hat mein Freund sich erschrocken und einen großen Sprung zur Seite gemacht, weil irgendwas Großes im Gebüsch verschwunden ist. Und da war tatsächlich wieder eine von den Echsen, die ich auf dem Weg gesehen habe. Hinter dem Tor, am Eingang der Burg, gibt es auf der linken Seite ein ganz kleines Waldstück mit einem Flüsschen, in dem einiges los war. Wir haben die Echsen in allen möglichen Größen, Formen und Farben gesehen. Wirklich unglaublich, wir konnten unseren Augen kaum trauen, die waren überall auf den Bäumen, grüne, rote, braune, teilweise 1-2 Meter lang. Dann haben wir auch gesehen, wie eine richtig große Schlange ihren Kopf aus dem Gras gehalten hat. Auch wenn man von der Burg mal genauer betrachtet, was so unter einem und gegenüber in den Bäumen sitzt, merkt man schnell, dass die Leguane (Iguana) überall sind. Wir haben auch eine Schildkröte im Wasser gesehen. Da man auch wieder mit dem Auto rausfahren muss, wenn man den Park verlässt, haben wir im Internet nach Gratis Parkplätzen gesucht und sind auch in der Nähe des Southernmost Point fündig geworden. Den Rest des Tages sind wir zu Fuß unterwegs gewesen.

Southernmost Point

Der Southernmost Point ist der südlichste Punkt der kontinentalen Vereinigten Staaten. Dort gab es eine lange Schlange, weil die Leute ein Bild mit dem berühmten Wahrzeichen haben wollten. Ich habe den Hype darum nicht verstanden, es war wirklich kein besonderer Ort. Ich habe mich also nicht mit angestellt.

Whitehead Street

Dann sind wir die Whitehead Street entlang spaziert bis zum Mallory Square. Die Farben der Häuser, die Palmen, der Leuchtturm, alles hatte so ein ganz besonders gemütliches und karibisches Flair. Man passiert das Hemingway- Haus und das Truman Little White House.

Mallory Square

Am Mallory Square sollte man dann zur Sonnenuntergangszeit sein, denn der Sonnenuntergang kann sich wirklich sehen lassen. Es ist super voll, alle versammeln sich dort, schauen zu wie sich der Tag verabschiedet und wenn die Sonne untergegangen ist, wird geklatscht. Die Farben waren toll! Am Mallory Square habe ich mir auch noch einen frischen Ananas-Kokosnuss-Saft in einer Ananas mit einem Refill geholt.

Duval Street

Zurück zum Auto sind wir durch die verrückte Duval Street spaziert. Es ist eine Einkaufsstraße mit Bars und Restaurants, Live Musik und perfekt zum Bummeln.

Key Largo

Wir haben im John Pennekamp Coral Reef State Park (5 Dollar Eintritt pro Auto) eine Schnorcheltour gebucht, die aber spontan wegen des Wetters abgesagt wurde. Der Strand dort war wie schon auf Key West nicht besonders schön und es gab Moskitos ohne Ende. Außerdem haben Schilder, die vor Alligatoren warnten, das Baden nicht entspannt gemacht. Das Wasser war auch einfach irgendwie sumpfig.

Homestead

In Homestead hatten wir uns für ein Motel für 3 Nächte entschieden. Die Stadt hat die perfekte Ausgangslage für die Florida Keys und die Everglades. An der langen Hauptstraße findet man fast alle Supermärkte und Fast Food Ketten. Außerdem gibt es dort ein großes Outlet Center, den „Florida Keys Outlet Marketplace“ (Unbezahlte Werbung). Man findet viele Markengeschäfte, die teilweise viel günstigere Preise haben als in Deutschland. Aber Achtung, die Mehrwertsteuer ist auf den Preisen nicht ausgewiesen, sondern wird an der Kasse immer nochmal drauf gerechnet. Für Jeans, Turnschuhe und einiges mehr, kann man dort auf jeden Fall richtig gut shoppen und sich neu einkleiden.

Nationalpark Everglades auf eigene Faust

Wir sind von Miami aus morgens ganz früh in die Everglades aufgebrochen. Wir sind ca. eine Stunde gefahren und haben uns unterwegs noch mit Snacks eingedeckt und getankt. Ein guter Ort zum Übernachten und die Everglades zu erkunden ist Homestead (auch gute Ausgangslage für Ausflüge auf die Florida Keys).

Für Naturliebhaber hat Florida neben weiten Sandstränden, coolen Städten und Vergnügungsparks noch die weite Sumpflandschaft der Everglades mit ihrer reichen Flora und Fauna zu bieten! Der Everglades National Park wird häufig als Sumpfgebiet bezeichnet, es handelt sich aber eigentlich um einen großen Fluss, dessen Fließbewegung so langsam ist, dass wir sie nicht wahrnehmen können. Von Pelikanen, Flamingos und Anhingas über Schildkröten, Schlangen, Seekühen und reichlich Alligatoren haben wir alles gesehen. Es lohnt sich, wie fast immer, so früh es geht, aufzubrechen!

Ich möchte hier keinen Touristen-Ausflug mit dem Airboat empfehlen, zumal die im Nationalpark auch nicht durchgeführt werden dürfen, sondern von meiner Everglades-Tour auf eigene Faust mit dem Auto erzählen.

Die Everglades teilen sich in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Der südliche Teil ist durch einen Nationalpark geschützt. Die Vielfalt der Tierwelt ist erstaunlich: Alligatoren leben neben dem bedrohten amerikanischen Krokodil. Außerdem gibt es Schildkröten, Manatees, Schlangen, Waschbären, Panther, Reiher, Pelikane und viele andere Vogelarten. Es ist eine Glückssache was man davon alles sieht. Die Vielfalt der Landschaft in den Everglades ist beeindruckend. Man durchquert Sumpfgebiete, Mangrovenwäldern, Graslandschaften, Savannen, Mahagonibaumwälder und Palmenlandschaften.

Einpacken!
Zeit & Geduld
Sonnencreme
Mückenspray
Essen & Trinken
Vollen Tank
Regenschutz 

Der südliche Teil der Everglades

Von Homestead fährt man nicht weit bis zum Ernest F. Coe Visitor Center. Dort zahlt man 10 Dollar pro Fahrzeug und das Ticket ist 7 Tage gültig und jeden Cent wert. Die Visitor Center haben alle Informationen, Kartenmaterial und Toiletten. Es lohnt sich dort bei Ankunft kurz vorbei zu schauen. In den südlichen Everglades gibt es nur diese eine Straße, die sich vom Ernest F. Coe Visitor Center bis zum Flamingo Visitor Center erstreckt. Sie ist ca. 80 Kilometer lang. Es gibt auf der ganzen Strecke immer wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnungen vor verschiedenen Tieren, die die Straße überqueren können. Von dieser Hauptstraße gehen links und rechts kleine Straßen ab, das sind die verschiedenen Trails, die auch ausgeschildert sind. Es gibt immer einen Parkplatz (meist keine Toiletten), eine kleine Infotafel auf der steht, was es dort zu sehen gibt und wie lange man läuft und meist ausgebaute Wege oder Pfade, um aus sicherem Abstand die Pflanzen- und Tierwelt zu beobachten. Oft ist man ganz allein, es gibt keine Ranger, kein Notruftelefon, keinen Empfang, keine Toiletten, keine Tankstellen. Erst dann merkt man, dass man wirklich mitten in der Wildnis angekommen ist.

Wir haben mit dem Anhinga Trail begonnen. Der Anhinga Trail war für uns eines der Highlights. Auf dem Parkplatz angekommen, warteten dort schon Geier, die die Autos zerkratzen, weshalb es kostenlose Planen zum Abdecken gab. Nachdem wir unser Auto abgedeckt haben, sind wir auf unsere erste Wanderung gegangen. Wir haben unsere ersten Alligatoren gesehen, eine Schildkröte und jede Menge verschiedene Vogelarten, unter Anderem den Anhinga, den Schlangenhalsvogel. Jeder Trail hatte seine Besonderheiten. Wir sind Trail für Trail abgefahren, bis wir am Flamingo Visitor Center angekommen sind. Auch dort haben wir einige Tiere gesehen, vor Allem, ganz unerwartet, auch Manatees. Es gibt sie in ganz Florida und wir haben schon überall in Hafengebieten Schilder gesehen, die auf die Tiere hinweisen, aber haben keines davon zu Gesicht bekommen. Hier wurden sie vom Frischwasser angelockt und wir waren ganz entzückt.

Der nördliche Teil der Everglades

Der Tamiami Trail führt nördlich des Nationalparks entlang, sodass man dafür keinen Eintritt zahlen muss. Wir haben den Vormittag für die Strecke eingeplant um nach Naples, an die Golfküste, zu fahren.

Entlang des Tamiami-Trails gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man eine Airboat-Tour mit anschließender Alligatorenshow buchen kann. Ich aber konnte mir nicht vorstellen durch diese wunderbar geschützte einmalige Tier- und Pflanzenwelt mit einem so lauten Boot, für das man Ohrenschützer brauch, zu fahren. Das war ja genau das Besondere an der Landschaft, dass man eine Stille genießen konnte, die man nur noch selten findet und die Tiere, ohne sie zu stören in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann. Nicht ohne Grund sind Airboats im Nationalpark (im südlichen Teil der Everglades) auch verboten. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Auch am Tamiami Trail gibt es mehrere Trails, die man laufen kann. Das Highlight für uns war der kleine Trail beim Big Cypress Oasis Visitor Center. Dort gibt es einen kleinen Fluss, in dem wir bestimmt 15 Alligatoren in kürzester Zeit gesehen haben. Generell haben wir auf den Stopps am Tamiami Trail überall sehr viele Alligatoren gesehen.

Tipp für die Everglades:

Keinen gebuchten Tagestrip von Miami aus machen, sondern sich wirklich Zeit nehmen und die Everglades an mindestens einem ganzen Tag auf eigene Faust zu erkunden. Ich empfehle die südliche Tour auf jeden Fall und die nördliche Tour zum durchfahren. Alle Touristenattraktionen in den Everglades würde ich auszulassen.

Naples

Nachdem wir am Vormittag den Tamiami Trail durch die Everglades mit einigen Stopps durchgefahren sind, haben wir die andere Hälfte des Tages in Naples verbracht. Naples liegt an der Westküste von Florida, am Golf von Mexiko. Die Stadt ist eine der wohlhabendsten der USA und hat die zweithöchste Dichte an Millionären. Kein Grashalm tanzte dort aus der Reihe, alles war extrem sauber und sehr perfekt. Dazu kommt eine sehr niedrige Kriminalitätsrate.

Fifth Avenue South

Wir haben am Ende der Fifth Avenue South im kostenlosen Parkhaus geparkt und sind dann die Luxusmeile Fifth Avenue (wie die Fifth Avenue in New York) entlang bis zum Strand spaziert. Die schicken Geschäfte haben und die Meile an sich haben einen besonderen Flair und sind schön anzusehen.

Strand

Der Strand ist super feinsandig und kilometerlang. Hier haben wir uns ein bisschen entspannt und abgekühlt.

Naples Pier

Zum Sonnenuntergang ging es dann zu Fuß zum Naples Pier, der auch direkt am Strand liegt. Auch wenn es viele Menschen waren, hat mich der Anblick einfach nur sprachlos gelassen. Die Farben des Sonnenuntergangs von rosa zu orange über rot bis hin zu lila habe ich so noch nie gesehen. Der Sonnenuntergang war sogar schöner als auf Key West. Dazu kam das Spektakel, das uns die Pelikane geboten haben. Mit unglaublicher Geschwindigkeit stürzten sich die riesen Vögel die ganze Zeit ins Meer und tauchten unter, um Fische zu jagen. Und als ich da so stand und mich von der Natur beeindrucken lies, tauchte plötzlich noch ein Delfin direkt vor mir zum Luft holen auf und umkreiste den Pier.

Als es dunkel wurde, sind wir noch ein bisschen durch das Wohngebiet und die Einkaufsstraße zurück zum Auto gebummelt, um uns auf den Weg nach Fort Myers zu machen. Was wir in Naples erlebt haben und die Stadt an sich, die für mich irgendwie den Inbegriff von Friedlichkeit darstellt, war eins der Highlights unserer Reise.

Sanibel Island und Captiva

Übernachtet haben wir in Fort Myers. Am nächsten Tag haben wir uns auf nach Sanibel Island und Captiva gemacht. Zu den Inseln kommt man über eine gebührenpflichtige Brücke für 6 Dollar pro Fahrzeug. Wir sind zum Bowmen’s Beach gefahren, da der Strand bekannt für seine zahlreichen Muscheln ist. Auf Sanibel Island gibt es das größte Muschelvorkommen der USA.

Erstmal waren wir von den teuren 5 Dollar pro Stunde für den Parkplatz (es gibt keine andere Möglichkeit zu parken) erstaunt. Eigentlich wollten wir den ganzen Tag dortbleiben. Der Strand ist sehr weitläufig, naturbelassen, sogar ein bisschen wild. Man kann weit laufen und tolle Muscheln sammeln. Zum Baden und Sonnen allerdings, hat er uns nicht gefallen, das Wasser war auch irgendwie braun. Ein bisschen enttäuscht, aber mit riesigen Muscheln im Gepäck, sind wir weiter nach Captiva gefahren. Dort angekommen haben wir einfach keinen Parkplatz bekommen und mussten leider umdrehen. Wir sind nach Fort Myers Beach gefahren.

Fort Myers Beach

Der Strand ist echt schön. Auch sehr weitläufig und super zum Baden und zum Entspannen. Ich habe einen Spaziergang am Strand und auf den Pier gemacht, von dem man einen guten Überblick über die Touristenregion bekommen kann. Am Abend sind wir im Örtchen bummeln gegangen, das aber lediglich aus ein paar wenigen Geschäften und Restaurants besteht.

Wir hatten am Abend noch ein bisschen Zeit und sind ins Sanibel Outlet gefahren. Die Outlet Center sind alle gleich aufgebaut.

Alles in Allem hätte ich den Stopp in Fort Myers mit den Ausflügen nach Sanibel Island und Captiva im Nachhinein komplett ausgelassen und eher eine Nacht in Naples eingebaut.

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter nördlich nach Madeira Beach.

Madeira Beach

Am Madeira Beach hatten wir ein unglaublich schönes Hotel „Barefoot Beach Club“ (Unbezahlte Werbung) direkt am Strand über Silvester gebucht. Ein weitläufiger und feinsandiger Strand, an dem wir uns 3 Tage mal richtig erholt und entspannt haben. Entspannung kommt auf so einer Rundreise manchmal ein bisschen zu kurz, weil man den ganzen Tag unterwegs ist und meist spät abends einfach nur ins Motel-Bett fällt. Eigentlich hatten wir Ausflüge nach Clearwater Beach, St. Petersburg, Caladesi Island, Siesta Key und Anna Maria geplant, da wir aber das schöne Hotel und die einmalige Lage am Strand ausnutzen wollten, sind wir nur dortgeblieben. Neben dem Strand gibt es im Ort John’s Pass Village& Boardwalk. Ein kleiner Boardwalk über dem Wasser, von dem man aus Delfine, Fischer, Boote und viele verschiedene Vögel beobachten kann. Es gibt dort auch Geschäfte und Restaurants, wo man frische Meeresfrüchte und Fisch unter freiem Himmel und mit Blick aufs Wasser essen kann. Man kann Souvenirs shoppen oder eine Bootsfahrt buchen. An Silvester waren wir tagsüber am Strand, am Nachmittag am John‘s Pass was essen, haben am Abend den Sonnenuntergang geguckt und in einer Bar amerikanischer Country Musik gelauscht. Um 00:00 haben wir das neue Jahr mit den Füßen im Sand begrüßt.

Crystal River

Crystal River war unser nächster und letzter Stopp, bevor es für uns zurück nach Atlanta ging.

Die Stadt Crystal River ist nach ihrem Fluss benannt und wird als Manatee Hauptstadt der Welt bezeichnet. Die grauen, großen Seekühe (Manatees) leben im Süß- und Salzwasser. Sie mögen es gerne warm und ziehen sich daher in den Wintermonaten, wenn das Wasser im Meer zu kalt wird, ins Landesinnere, vor Allem nach Crystal River, zurück, wo das Wasser dank der warmen Quellen das ganze Jahr konstante 22 Grad hat.

Manatees gelten als sowas wie das Wahrzeichen von Florida, jeder ist auf der Suche nach ihnen und freut sich, wenn er sie zu Gesicht bekommt. Das Schwimmen mit ihnen ist allerdings nur an einem einzigen Ort in Florida, offiziell erlaubt, nämlich in Crystal River. Und auch dort nur unter strenger Beobachtung. Es gibt auch Abgrenzungen, die man zum Schutz der Tiere nicht überschreiten darf. Die Tiere sind gefährdet und genießen in Florida einen besonderen Schutz. Sie sind sehr neugierig und kommen oft direkt auf den Menschen zu.

Vor allem bei King’s Bay kann man bei einer Kajak-Tour oder beim Schnorcheln mit ihnen auf Tuchfühlung gehen. Auch hier lohnt es sich, früh zu starten, da die Tiere morgens aktiver sind und man daher mehreren begegnen wird.

Wir hatten das süße Motel The Port Hotel and Marina (Unbezahlte Werbung) in Crystal River mit Terasse direkt am Wasser gebucht für eine Nacht. Am Abend haben wir auch dort einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben können während wir Delfine beim Jagen beobachtet haben. Dort haben wir uns beim Port Hotel Dive Center (Unbezahlte Werbung) ein Doppelkajak für 4 Stunden gemietet und sind damit zu mehreren Quellen gefahren unter anderem auch zu den berühmten Three Sisters Springs. Auf dem Weg kann man die wunderschöne und idyllische Landschaft um Crystal River und die Häuser entlang der Flüsse geniessen.

Es waren viele Ausflugsboote mit Motor und sehr vielen Touristen unterwegs. Wir konnten nicht nachvollziehen, weshalb es erlaubt ist mit Motorbooten in die schmalen Flüsse zu fahren. Wir haben unser Kajak an den Three Sister Springs angeknotet und sind mit Schnorchelausrüstung in die Quellen geschwommen. Plötzlich hat man sich gefühlt wie im Paradies, das Wasser war durchsichtig türkis und es sind mehrere Manatees unter uns und an uns vorbei geschwommen. Es kommt einem irgendwie unreal vor, weil die sanften Tierchen bis zu 5 Meter lang werden und 500 Kilo wiegen können. Wir haben sogar eine Mutter mit ihrem Jungen gesehen. Ein einmaliges Erlebnis! Wir sind zurück zum Kanu geschwommen und haben uns langsam auf den Rückweg gemacht. Auch unterwegs sind Manatees sind uns an unserem Kajak wieder mehrere Manatees begegnet. Manchmal erschreckt man sich richtig, da sie laut röcheln, wenn sie mit ihren süßen Nasen auftauchen. Am Abend ging es für uns dann wieder zurück nach Atlanta.

Lasst es mich gerne wissen, wenn ich euch bei eurer Urlaubsplanung noch helfen kann oder auch schon helfen konnte. Freue mich über jede Rückmeldung. Viel Spaß in Florida!

Wanderung in der Lüneburger Heide

Ungefähr 50 Minuten mit dem Auto von Hamburg, schon in Niedersachsen, befindet sich das sehr ländlich geprägte Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Es hat eine große Bedeutung als Naherholungsziel in Norddeutschland für die umgebenden Großstädte Hamburg, Hannover und Bremen, vor allem für den Wochenendtourismus. Jedes Jahr wird die Lüneburger Heide von mehr als vier Millionen Besuchern besucht. Die weiträumigen Heideflächen laden zu Spaziergängen, Fahrradfahrten und Wanderungen ein- eine wunderbare Gelegenheit mal etwas zu entschleunigen und im Grünen zu sein.

Ich habe mich für den Ort Niederhavebeck als Startpunkt entschieden. Dort gibt es einen großen Parkplatz mit Parkgebühren. 1,50 Euro kostet ein halber Tag und 3,00 Euro ein ganzer. Von dort aus kann man drei Wanderungen mit verschiedenen Streckenlängen machen, wovon ich mir die mittlere Tour N2 mit 7 Kilometern ausgesucht habe. Am Parkplatz stehen auch Pferdekutschen, mit denen man sich die Umgebung anschauen kann. Man wandert durch Wälder, kleine Örtchen und leichte Hügel. Was mir am besten gefällt ist, dass man nicht mit dem Auto fahren darf, um die empfindliche Natur zu schützen.

Wenn man ein bisschen aufmerksam und naturbesonnen unterwegs ist, kann man echt spannende Dinge entdecken. Ich habe sogar ein Reh beobachtet, einen Specht, riesige bunte Käfer und Frösche quaken hören. Man hat auf den verschiedenen Strecken richtig gesehen, wie unterschiedlich die Vegetation auch ist. Man kann erkennen, wo es 2018 mal einen Flächenbrand gegeben hat.

Mein Highlight auf der Tour war der höchste Berg der Lüneburger Heide, der Wilseder Berg, der 169,2 Meter hoch ist. Ich liebe Aussichtspunkte und auch dieser hier ist traumhaft schön. Man guckt einfach nur ins Grüne von dort „oben“ und kann erst da erahnen wie weitläufig das ganze Gebiet ist.

Eine alte Faustregel besagt, die Heide blüht vom 8.8. bis zum 9.9. in kräftigem Violett.

Ich war total begeistert, denn die Fahrt ist nicht lang und dafür bekommt man wirklich eine herrliche Portion Natur, Ruhe und Entspannung ab.

Highlights an der Algarve

Wer auch im September noch einen Sommerurlaub mit kurzer Flugzeit in Europa verbringen möchte, ist im Süden von Portugal, an der Algarve, genau richtig. Atemberaubende Aussichten, Natur pur, romantische Strände, skurrile Felsformationen, geheimnisvolle Grotten, actionreiche Coast-Walks – all das erwartet einen dort. Portugals Süden ist wirklich eine Reise wert, denn die Landschaften sind sehr abwechslungsreich. Dank des Mietwagens und der kurzen Entfernungen kann man einiges in kurzer Zeit sehen. Hier sind 9 ½ Highlights an der Algarve.

Alvor

Unsere Unterkunft war in Alvor. Der Ort hat sich als sehr zentral herausgestellt, sodass man zu den Ausflugszielen nie länger als eine Stunde fährt. Vom Flughafen Faro fährt man auch eine knappe Stunde nach Alvor. Felsenbuchten, kilometerlanger feiner Sandstrand und Fischerörtchen gepaart mit Touristenflaniermeile erwarten einen dort. Der Ort ist zwar klein, aber wirklich abwechslungsreich. Ganz links am Strand findet man die typischen Felsen der Algarve mit kleinen romantischen Buchten, die miteinander verbunden sind, wenn Ebbe ist. Weiter nach rechts nimmt die Menschenmasse irgendwann ab und man ist an einem leeren naturbelassenen Traumstrand, fast ganz für sich allein. Das liegt daran, dass es in der Nähe keine Parkmöglichkeiten gibt und man ein Stückchen laufen muss, was sich alle Male lohnt. Am Strand und vor allem im Wasser findet man große Muscheln. Im Zentrum von Alvor kann man abends großartig flanieren, Eis oder Fisch essen, den Sonnenuntergang genießen und typische Souvenirs shoppen. Alvor ist ein Fischerort, man sieht die Boote am Abend im Hafen liegen und die Fischer im Hafen rumlungern.Auch wenn es ein Urlaubsort ist, spürt man trotzdem noch den traditionellen Charakter. Es gibt einen erhöhten Holzweg durch die schöne Fluss- und Dünenlandschaft, der vom Hafen zum Strand führt, wo man herrlich die umliegende Natur, das Phänomen Ebbe und Flut und in diesem Zusammenhang verschiedenste Tierarten, beobachten kann. Tagsüber, wenn Ebbe ist, kann man zum Beispiel stundenlang Millionen von Krebse bestaunen.

Praia da Marinha

Von Praia da Marinha aus führt ein Coastal Walk, wie der Name schon sagt, an der Küste entlang. Man spaziert und klettert teilweise oberhalb des Meeres auf den Klippen, durch schmale Pfade und prächtiges Grün bis zur nächsten Bucht. Für den Walk ist festes Schuhwerk empfehlenswert. Eine Stunde und tausende Fotos später, kommt man am Praia de Benagil an, wo man sich erstmal erfrischen kann. Von dort aus kann man zur Benagil Höhle schwimmen. Man muss nur etwas aufpassen, da dort auch viele Boote, Ausflugsschiffe, Stand up Paddler und Kajaks unterwegs sind. Wieder in Praia da Marinha angekommen, lohnt es sich, die Stufen zum Strand abzusteigen und sich ein bisschen zu entspannen.

Ponta da Piedade

Was sich in Ponta da Piedade auf jeden Fall lohnt, ist eine Grottenfahrt. Man steigt die zahlreichen Treppen hinunter, zu den parkenden Booten. Ein Mann mit Sonnenschirm kassiert. Wir kamen direkt dran und haben ca. 20 Euro pro Person bezahlt. Dafür hatten wir unsere private Rundtour, allein mit dem Fahrer in einem kleinen Boot durch sehr enge Eingänge in traumhafte Grotten gefahren. Der Fahrer hat uns viel über Land und Leute erzählt. Jede Grotte hat aufgrund der Felsenformation einen anderen Namen. Eine, zum Beispiel, nennt sich Grotte der Liebe, wenn man nach oben schaut, sieht man den blauen Himmel, umrahmt von einem Herz aus Felsen. Es ist wirklich beeindruckend, die von der Sonne angestrahlten Felsen und die kleinen Strände dazwischen, vom Wasser aus zu sehen. Der Strand heißt Praia do Camilo und von dort kann man durch die Felsen zu zwei weiteren Stränden durchgehen. Es ist zwar sehr voll, weil wenig Platz ist, aber irgendwie scheint es keinen zu stören, die Füße des Nachbarn auf seinem Handtuch zu haben. Außerdem gibt es in Ponta da Piedade, einen gut ausgebauten Coast Walk, ähnlich wie in Alvor, nur oberhalb des Meeres mit atemberaubenden Aussichten. Von dort oben, haben wir sogar Delfine gesehen.

Lagos

Lagos ist eine etwas größere Stadt und ist zumindest einen kurzen Abendausflug wert. Uns wurde der Tipp gegeben, auf dem Parkplatz beim Bahnhof zu parken. Dort ist ein großer und – wie überall kostenfreier- Parkplatz. Von dort kann man bequem los spazieren. Man kommt als erstes an der Marina mit guten Restaurants und vielen Ausflugsverkäufern vorbei. Dann läuft man an der palmengeschmückten Promenade entlang an einem Markt mit Klamotten und regionalen Produkten bis in die Altstadt. Diese besteht aus kleinen gemütlichen Gassen, Restaurants, Cafés, Einkaufsmöglichkeiten, bunten Häusern und kleinen Plätzen. Überall riecht es nach Essen und die Musik von Straßenkünstlern schallt durch die zierlichen Straßen. Wir sind einfach nur durch die Stadt geschlendert und haben uns etwas treiben lassen, ohne uns vorher zu informieren.

Praia do Amado

Die Westküste der Algarve hat einige atemberaubende Strände im Angebot. Sie liegt im Naturschutzgebiet Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina. Die Landstraße schlängelt sich durch die hügelige Landschaft bis zu einem großen Parkplatz am Praia do Amado . Ansonsten gibt es dort nur eine Snack Bar und eine Surfschule. Als wir auf den Strand zukamen, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Die Schönheit des weiten Meeres war überwältigend. Man schaut auf das wilde Meer, die großen Wellen, den breiten Strand und die Klippen. Das war Natur pur, besonders am Morgen war der Strand leer, was sich erst im Laufe des Tages aber änderte. Die Wellen am Praia do Amado sind verlässlich und sehr abwechslungsreich. Deshalb ist er bei Surfern, die aus der ganzen Welt kommen, sehr beliebt. Die Surfschule vor Ort gibt Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene und verleiht Equipment. Also buchten wir uns einen Surfkurs für den halben Tag.

Cordoama

Auf der Tour durch das Naturschutzgebiet sollte man auch unbedingt auf der Aussichtsplattform von Cordoama kurz Halt machen. Man hat einen traumhaften Ausblick von oben auf die Küste.

Praia da Arrifana

Am Praia da Arrifana angekommen, haben wir das Auto oben abgestellt und sind zu Fuß runter spaziert. Schon von dort haben wir gesehen, dass wir allein am Strand waren. Der Strand war sehr breit, die frische Luft, die Freiheit, das Meeresrauschen tun sehr gut, um mal wieder richtig Kraft aufzutanken. In der Umgebung gibt es einige Hostels und wie überall in der Gegend, natürlich auch Surfschulen.

Praia da Bordeira

Der Praia da Bordeira ist ein unglaublich schöner und besonderer Strand. Dort habe ich mein Lieblingsfoto aus diesem Urlaub geschossen. An dem Strand gibt es meterhohe Sanddünen, man überquert ein kleines Flüsschen, bis man dann über ein paar Treppen auf die herrliche Aussichtsplattform mit Blick auf den Strand, gelangt. Wir haben auch hier einen menschenleeren Strand vorgefunden.

Salema

Auf Salema sind wir ganz spontan gestoßen. Und es hat sich sowas von gelohnt! Ein ganz kleines ursprüngliches und malerisches Örtchen zum Schwärmen. Kein richtiger Touristenort, wie man ihn sich vorstellt. Die Fischer gehen ihrem Beruf nach, sind an ihren Booten und Netzen zugange, man spaziert durch schmale Gassen, es riecht nach frisch zubereitetem Fisch und vor einem Restaurant hängt Wäsche zum Trocknen auf der Leine. Es wirkt alles ein bisschen verschlafen und romantisch. Dazu kommt auch der saubere kleine Strand.

Cabo de São Vicente

Das Cabo de São Vicente ist mein halbes Highlight, das meiner Meinung nach mehr gehypt wird, als es nötig ist. Das Kap trennt zu Amerika nichts mehr außer der Nordatlantische Ozean. Es ist der südwestlichste Punkt von Europa. Und genau damit wirbt auch ein Bratwurststand von Deutschen, der heißt: Letzte Bratwurst vor Amerika. Außer dem Snack, den man inklusive Zertifikat bekommt, gibt es dort noch einen Leuchtturm und es wird einem ein einzigartiger Sonnenuntergang mit spektakulärer Aussicht versprochen. Für meinen Geschmack war es dort zu touristisch und überfüllt. Die Aussicht aufs Meer wurde von einigen anderen Highlights auf jeden Fall locker getoppt.

Wetter im September

Mietwagen

Unterkunft

Ausflüge

Routenvorschläge für eine Woche:

  • Tag 1: Alvor Strand und Stadt erkunden
  • Tag 2: Strandtag
  • Tag 3: Coast Walk am Praia da Marinha und Strandtag dort
  • Tag 4: Strandtag
  • Tag 5: Salema, Ponta da Piedade mit Strand und am Nachmittag/Abend Lagos
  • Tag 6: Praia do Arrifana, Bordeira, Praia do Amado und Cordoama. Dazu eventuell noch Cabo de São Vicente
  • Tag 7: Strandtag

Zusammegefasste To Do Liste für einen Portugal Urlaub:

  • Muscheln sammeln im Meer
  • Mietwagen nehmen
  • Ausflüge früh in Angriff nehmen

Schweiz- Rheinschwimmen in Basel

Ich musste wirklich lachen als mir im Sommer, bei meinem ersten Besuch in Basel, erzählt wurde, was das Rheinbaden ist. Als ich dann die Menschen wie selbstverständlich im Rhein treiben sah, konnte ich meinen Augen kaum trauen, ich war fasziniert und erstaunt zugleich, es sah SO lustig aus! Für die Basler gehört es aber tatsächlich zum alltäglichen Leben in der Stadt dazu, da es im Sommer sehr heiß wird und der Fluss eine herrlich abkühlende Gelegenheit bietet. Manche wagen sogar in der Mittagspause einen erfrischenden Schwung in den Fluss.

Aber wohin mit den Klamotten? Denn, wenn man sich kilometerweit durch die Stadt treiben lässt, muss man das ganze doch auch wieder zurücklaufen, um seine Sachen abzuholen? Falsch- denn man nimmt seine Sachen einfach mit, in einem sogenannten Fisch-Säckli/Rheinschwimmsack/Wickelfisch, einem wasserdichten Badesack, der dich zusätzlich auch noch wunderbar über Wasser hält.

Die beste Einstiegsstelle für das Rheinbaden befindet sich am rechten Rheinufer, beim Tinguely-Museum. Wenn man dort einsteigt, hat man die längste Rheinschwimmstrecke vor sich. Man geht also ins Wasser und lässt sich mit der Strömung ungefähr 2 Kilometer durch das Stadtpanorama treiben. Auf diesem Weg gibt es zahlreiche Ausstiegsstellen, an denen oftmals auch Duschen stehen. Die letzte Ausstiegsmöglichkeit befindet sich unterhalb der Urli Fähre vor der Dreirosenbrücke.

Auch wenn das Ganze nach viel Spaß aussieht, ist die Strömung des Flusses nicht zu unterschätzen, selbst wenn man ein guter Schwimmer ist. Deshalb ist es ratsam, auf folgende Hinweise zu achten: Man sollte auf der Kleinbasler Seite (rechte Rheinseite) innerhalb der blauen Bojen, außerhalb der Schifffahrtsrinne schwimmen. Es passieren teilweise große Schiffe den Rhein, die keine Ausweichmöglichkeit haben, weshalb man auch keine Rheinüberquerung versuchen sollte. Außerdem muss man auf die Basler Fähren achten, die sich im regelmäßigen Takt mit der Strömung über den Rhein bewegen. Von Brücken springen ist verboten. Und sich an Bojen oder Brücken hängen, sollte unterlassen werden. Um einen Ausstieg zu finden, ist es am einfachsten, man lässt sich mit der Strömung ans Ufer treiben. Den letzten Ausstieg darf man in keinem Fall verpassen.

Auch ich, als Schisshase, habe den Sprung ins kühle Nass gewagt. Ich hatte an diesem schönen und sehr warmen Tag viel Zeit und spazierte am Rheinufer entlang bis ich zu der Einstiegsstelle beim Tinguely-Museum kam. Dort verbrachte ich bestimmt zwei Stunden, ich saß und guckte dem geschäftigen Treiben zu. Jung und Alt, Pärchen, Gruppen und Alleinschwimmende stiegen hintereinander in den Rhein und waren weg. Ich war mit einer Freundin verabredet, die versprach, uns einen Wickelfisch mitzubringen, um das Rheinbaden mal auszuprobieren. Die Strömung war wirklich stark und ich mochte mir nicht ausmalen, nicht mehr ans Ufer zu kommen oder den letzten Ausstieg zu verpassen. „Bist du dir sicher, dass wir das machen sollen?“ „Ja, das ist eine einmalige Gelegenheit, vielleicht machen wir es sonst nie, los zieh dich aus!“ Und schon stand auch ich zögerlich am Ufer und lies mich in den Fluss gleiten. Frisch war es auf jeden Fall, aber erfrischend. Ich habe das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Was für eine besondere Erfahrung, sich von einem Fluss bewusst so mitziehen zu lassen.

Tauchkurs- Vorbereitungen und Theorie (2/3)

Taucherflaschen

Nachdem ich entschieden habe, einen Tauchkurs zu machen, ging es an die Vorbereitungen. Tauchschulen, Angebote und Preise in Hamburg wurden verglichen. Dabei wurde mir von Bekannten eine Tauchschule empfohlen. Als Nächstes musste ein passender Termin gefunden werden. Es gibt Express-Kurse, die nur eine Woche dauern und täglich stattfinden oder welche, die über mehrere Wochen gehen, bei denen man sich einmal wöchentlich trifft. Ich entschied mich für den längeren Kurs, da wir berufstätig waren und die Termine abends und am Wochenende stattfinden und nicht vormittags. Die Bestätigung für den Open Water Diver- Kurs kam mit vielen weiteren Infos per Mail. Wir sollten uns in den nächsten Tagen unser Lernmaterial aus der Tauchschule abholen und diverse Papiere unterschreiben. Versichern, dass wir gesund sind zum Beispiel und keinerlei Atem-, Herz- oder Kreislaufprobleme haben. Dabei kann einem schon etwas mulmig werden. Es ist halt ein Sport mit vielen Risiken, aber welcher ist das nicht?  Außerdem sollten wir uns für den Kurs eine ABC-Ausrüstung anschaffen, die aus Tauchermaske, Schnorchel und Füßlingen besteht. Wir haben uns, da wir keine Ahnung hatten, in der Tauchschule beraten lassen und ich habe die Taucherbrille auch dort gekauft. Einen Schnorchel hatte ich schon von meiner Urlaubs-Schnorchel-Ausrüstung, und Füßlinge habe ich im Internet bestellt. Tauchlehrer sehen mit einem Blick, ob dir Brille oder Füßlinge zu groß oder zu klein sind.

Tipp gegen das Beschlagen der Tauchermaske

Wir bekamen den Tipp, die Maskengläser mit herkömmlicher Zahnpasta einzureiben, 48 Stunden zu warten und diese dann mit warmen Wasser gründlich abzuspülen. Dabei soll man die Zahnpasta mit dem Finger verreiben und damit alle unsichtbaren Silikon-Reste entfernen, die dafür sorgen, dass die Maske schnell beschlägt. Es kommt noch kurioser: Habt ihr schonmal gesehen, dass Taucher in ihre Maske spucken und fragt euch, was es damit auf sich hat? Es ist tatsächlich so, dass ein bisschen Spucke auf der Brille die Sicht verbessert. Taucher spucken deshalb auf die Gläser, verreiben den Speichel und spülen die Maske vor dem Aufsetzen mit Wasser aus. Spucke enthält Proteine, die kaum wasserlöslich sind und an der Scheibe haften bleiben, weshalb diese dann nicht beschlägt.

Am nächsten Tag gab es einen Online Code per Mail zugeschickt, mit dem man sich in dem internationalen Tauchprogramm registrieren muss. Wir haben uns für eine Online-Version des Lernmaterials entschieden, da das Paket etwas günstiger war. Und dann ging es los mit der Lernerei, immer mal wieder zwischendurch und das komplette Wochenende vor der Theorieprüfung vor dem Tablet auf dem Balkon verbracht. Nun weiß ich, wo ich ablesen kann, wieviel Luft ich noch in der Flasche habe, wie man unter Wasser kommuniziert und warum man nie alleine tauchen gehen soll. Man lernt etwas über Tauchphysik, Tauchausrüstung und Sicherheitsregeln. Für die Tauchausbildung gibt es wirklich viel zu lernen und zu beachten, da man sonst beim Tauchen sein Leben aufs Spiel setzen kann. Die Bedingungen unter Wasser unterscheiden sich stark von denen an Land. Es werden besondere Anforderungen an Taucher und Technik gestellt.

Endlich stand das erste Treffen des Tauchkurses vor der Tür. Da ich mich für das Selbststudium entschieden habe, ging es darum, Fragen zu klären, Organisatorisches zu besprechen und natürlich den Theorietest zu schreiben. Der fiel recht einfach aus, wie ich fand. Als Nächstes stehen drei Nachmittage im Pool, also Tauchgänge im begrenzten Wasser, an um die grundlegenden Tauchfertigkeiten zu erlernen. Danach sind wir ein Wochenende am Tauchsee, wo wir vier Freiwassertauchgänge absolvieren müssen um unsere erlernten Fähigkeiten in realer Umgebung zu überprüfen. Ich bleibe gespannt, auf das, was kommt 😊

Marsa Alam- Wie mich ein Ägyptenurlaub zu einem Tauchkurs brachte (1/3)


In meinem ersten Blogeintrag geht es um das Thema Tauchen. Auf meinem Instagram- Account habe ich schon kurz erzählt, dass mich mein Ägypten-Urlaub im April mit einer Freundin auf die Idee gebracht hat, einen Tauchkurs zu machen. Nun ist das Thema hoch aktuell, denn ich fange in ein paar Tagen damit an und erzähle hier, wie es dazu kam.

Ich war in einem tollen Hotel in Marsa Alam, einer sehr ruhigen und der südlichsten Touristenregion Ägyptens, am Roten Meer. Ein Ort, an dem man sich super erholen kann und wo die Natur des Meeres noch etwas unberührter ist, als in anderen Gegenden Ägyptens. Deshalb ist er bei Schnorchlern und Tauchern beliebt. Dem Strand war ein Riff vorgelagert und man musste deshalb über einen langen Steg gehen, bis man schwimmen konnte. Als wir uns das erste Mal trauten, in dem tollen aber sehr tiefen Wasser zu baden, guckte ich durch die Schnorchel Maske und konnte meinen Augen kaum trauen. Unter meiner Freundin schwamm ganz langsam eine Schildkröte entlang. Täglich gab es dort Neues zu entdecken: Einen Feuerfisch, Seeigelfelder, einen Blaupunktrochen, Nemos und vieles mehr… Natürlich hat man vor der Tiefe und seinen Meeresbewohnern auch ganz schönen Respekt. Für die Sicherheit gab es dort den Rettungsschwimmer Ali, der darauf aufpasste, dass keiner zu weit raus schwamm oder zu dicht an das Korallenriff kam. Korallen sind sehr empfindlich und der Tourismus trägt leider einen großen Teil dazu bei, diese zu schädigen. Unvorsichtige Schnorchler und Taucher reißen Korallenstöcke ab, wenn sie sie mit der Hand oder den Flossen berühren. Zudem sind sie messerscharf, sodass man sich daran verletzen kann. Deshalb sollte man unter Wasser nichts berühren. Ali bot an, uns auf einer Schnorchel Tour am Rettungsring das Riff zu zeigen. Er kannte jede Koralle, jede Moränenhöhle und jeden Fisch. Es war unglaublich, was die Unterwasserwelt alles zu bieten hatte. Ein Aquarium – die Natur.

Manchmal saßen wir stundenlang einfach so da und beobachteten das bunte Treiben. Spaziergänger, Pärchen die Fotos machen wollen, Schnorchler, Schwimmer. An diesem Tag stand nicht Ali auf dem Steg, sondern Mohammed. Wir kamen ins Gespräch und redeten über das Wetter, da es sehr windig war an dem Tag. Er kannte sich wirklich gut aus und es stellte sich heraus, dass er Tauchlehrer war und gerade auf einen deutschen Urlauber wartete, der einen Tauchgang gebucht hat. Als die Tauchflaschen und Ausrüstung gebracht wurde, machten sich die beiden Taucher bereit. Ich beobachtete jeden Schritt, denn ich fand es faszinierend, mit was für einer Routine und Leichtigkeit sie ihre Ausrüstung anlegten. Ich war neugierig und stellte viele Fragen. Irgendwann bot Mohammed an, dass ich auf ein Schnuppertauchen mitkommen könnte. „Oh nein, danke“, sagte ich. Das ist mir zu spontan, ich bin nicht vorbereitet, die Wellen sind viel zu wild und und und.

Es hat nicht lange gedauert und ich schlüpfte in den Neopren-Anzug. Mir wurde Blei angelegt und die wichtigsten Handzeichen für die Unterwasserkommunikation erklärt – dann ging es los. Es war so windig und wellig, dass nicht einmal Schnorchler im Wasser waren und es gestaltete sich schwierig mit Tauchflasche auf dem Rücken und in kompletter Montur die Stufen runter zu gehen und einen Einstieg ins Wasser zu finden. Im Wasser angekommen, hat mir Mohammed nochmal das Wichtigste erklärt und dann tauchten wir ab. Er hatte mich die ganze Zeit fest im Griff und ich habe mich sicher gefühlt, obwohl ich wahrscheinlich nicht mal im Stande war aufzutauchen, wenn es nötig gewesen wäre. Wenig strampeln um wenig Luft zu verbrauchen, die Arme am Körper halten und geniessen- das waren meine Aufgaben. Und natürlich immer schön atmen, was auch nicht so leicht fällt, wenn es sonst natürlich passiert und du dir jetzt aktiv deine Luft heran „ziehen“ musst. Mohammed hat hier und da mal einen Knopf an meiner Ausrüstung gedrückt und ich versuchte meine volle Aufmerksamkeit auf das zu legen was unter mir war und um mich herum und über mir. Was ich sah war zwar toll, trotzdem war ich viel mit dem Atmen und den Bewegungen unter Wasser beschäftigt, sodass ich mich nicht gänzlich auf Fische und Umgebung konzentrieren konnte.

Irgendwann verspürte ich leichten Schmerz im Ohr und habe etwas Panik bekommen, weshalb ich das Zeichen fürs Aufsteigen geben musste. An der Oberfläche sah ich, wie weit wir vom Steg weg waren und es war sehr anstrengend, sich mit Flossen und allem drum und dran über Wasser zu halten. Er meinte, wir müssten nochmal ein paar Meter runter, weil die Wellen am Steg sehr stark waren. Wir tauchten also nochmal ab und zum Steg zurück. Als wir zurückkamen, war mir kalt, ich war erschöpft und durstig, aber sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Beim Tauchen erlangt man nochmal einen tieferen und ganz anderen Einblick ins Meer als beim Schnorcheln. Aber, auch wenn ich bis zu dem Zeitunkt schon drei Mal tauchen war, habe ich das Gefühl, je älter ich werde, desto mehr Angst habe ich vor Vielem. Meine Freundin ließ sich genauso überreden wie ich und startete mit Mohammed in ihren ersten Tauchgang. Sie war begeistert. Für uns gab es an diesem Tag kein anderes Thema. Am Abend sind wir mit Mohammed und seinen Kolleginnen und Kollegen aus der Tauchschule in einen benachbarten Ort, nach Port Ghalip, gefahren. Wir tranken Pfefferminztee, erfuhren einiges über Land und Leute und sprachen viel übers Tauchen. Tauchlehrer fühlen sich im Wasser Zuhause und mit Haien tauchen soll wohl, für mich komplett unverständlich, das Größte sein. Vom Tauchgebiet Elphistone über Tauchsafaris, bis hin zu Dugongs erfuhr ich in den nächsten Tagen des Urlaubs viel. Und ich wollte noch mehr über diesen Sport lernen. Für mich stand schnell fest, dass ein Tauchkurs gemacht wird, noch dieses Jahr. Um dann dorthin zurück zu kommen und ohne Panik die einmalige Unterwasserwelt des Roten Meeres genießen zu können.