2 Wochen Florida-Roadtrip

Da ich zunächst privat in Atlanta (Blogbeitrag folgt) war und dorthin und auch wieder von dort zurück geflogen bin, startete unsere 2-wöchige Florida-Rundreise eigentlich in Daytona Beach. Wir sind kurz vor Weihnachten los gefahren, waren über Weihnachten und Silvester unterwegs und Anfang Januar wieder zurück in Atlanta.

Da so eine große Reise viel Planungs- und Organisationszeit benötigt, hoffe ich, dass ihr euch hier schonmal einige Inspirationen für eure eigene Florida Reise holen könnt.

Unsere Route

Daytona Beach2 Nächte
Miami3 Nächte
Homestead
(Ausflüge Everglades + Florida Keys)
3 Nächte
Fort Myers2 Nächte
Madeira Beach2 Nächte
Crystal River1 Nacht

Detaillierter Reiseablauf zum Runterladen

Detaillierter Reiseablauf Florida-Rundreise

Daytona Beach

Wir sind in Atlanta mit dem Auto gestartet und haben wir uns auf den Weg auf unsere Florida-Rundreise gemacht. Da wir ganz Florida bereisen und keine allzu langen Strecken am Stück fahren wollten, haben wir uns als ersten Stopp für Daytona Beach entschieden, bevor es weiter nach Miami ging. Wir haben uns ein Hotel etwas weiter weg vom Zentrum gebucht. Leider hat es geregnet und es war grau, was uns aber nicht von einem 10 Kilometer Strandspaziergang abgehalten hat. Was uns als erstes auffiel, sind die Autos am Strand. Es herrschen Gezeiten, sodass der Strand zu einer bestimmten Zeit am Tag sehr breit ist. Dort dürfen Autos dann gegen eine Gebühr von 20 Dollar pro Tag rauffahren. Das zweite was uns aufgefallen ist, waren viele verschiedene Vogelarten, die wir bei uns nicht kennen. Am spannendsten waren mehrere Schwärme von grauen Pelikanen, die an der Küste entlang geflogen sind. Die Vögel sind riesig und sie haben sich majestätisch vom Wind treiben lassen. Dann waren wir begeistert von lustig aussehenden Meerestieren, die angetrieben wurden, die leuchtend blau, lila und rosa waren, und sich später als hoch giftige portugiesische Galeeren, auch Floating Terror gennant, rausgestellt haben. Sie sind eine Art aus der Gattung der Seeblasen. Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang sein und enthalten Gift, das richtig weh tun kann. Für den Menschen sind sie meist nicht lebensgefährlich. Wir sind am Strand Richtung Hyatt Hotel (Unbezahlte Werbung) gelaufen und an der Hauptstraße zurück. Auf dem Rückweg haben uns beim 7 eleven (Unbezahlte Werbung) ein Eis rausgeholt. Zum Badeurlaub machen ist der Daytona Beach herrlich denke ich, der Strand ist großartig, breit, naturbelassen, sauber und das Meer wild und schön. Ansonsten hat der Ort, von dem was wir gesehen haben, nicht viel zu bieten.

Miami

Auf dem Weg nach Miami passiert man Jacksonville, eine der größten Städte Floridas und man kann vom Highway einen kurzen Blick auf die Ausmaße werfen. In Miami Beach angekommen, waren wir erstmal überwältigt von den Preisen, die fürs Parken genommen werden. In South Beach gibt es die höchsten Parkgebühren der USA. Wir haben 30 Dollar pro Nacht für das Auto gezahlt und haben es auch 3 Tage nicht angerührt. Dort läuft alles über das Valet Parking. Man gibt seinen Schlüssel ab, das Auto wird ins Parkhaus gebracht, das normalerweise etwas weiter entfernt ist und wenn man es brauch, bringen sie es einem zurück zum Hotel. 30 Dollar waren noch günstig und dafür wusste man, dass es ein privater und bewachter Parkplatz ist und der Mietwagen dort sicher ist.

Wir haben Miami als eigenen kleinen Kosmos erlebt. Es war ganz anders als die anderen Teile/Städte der USA, die wir unterwegs gesehen haben. In Miami wird überwiegend spanisch gesprochen und der lateinamerikanische Einfluss ist in der Stadt deutlich spürbar.

Wir waren 3 Tage über Weihnachten in Miami und hatten unsere Unterkunft in South Beach am Rand zu Middle Beach. Uns hat es dort gut gefallen, da es etwas ruhiger ist und es nicht so viele Leute am Strand gibt. Und auch wenn man es normalerweise ruhiger und etwas abseits der Touristenmassen mag, gibt es, glaube ich, keinen schöneren Ort, an dem man dann froh ist, doch mitten im Geschehen zu sein. Denn das ist es, was Miami ausmacht. Man kann zwar am wunderschönen breiten pulvrigen Sandstrand mit türkis durchsichtigem Meer liegen und Sonne tanken, aber es gibt auch noch vieles anderes zu sehen. Vor allem abends kann man großartig ohne Ende flanieren. Es ist zwar alles touristisch und voll, aber eben auch echt cool. Je weiter nördlich man in Miami Beach spaziert, desto ruhiger wird es. Wenn man einen langen Spaziergang machen möchte, muss man sich entscheiden ob man am Strand oder am Miami Boardwalk geht. Dieser Boardwalk ist wie eine sehr exotische Strandpromenade, die ungefähr 6,5 Kilometer am Strand entlang führt.

Wie gesagt, würde ich empfehlen, das Auto in Miami stehen zu lassen und alles entweder zu Fuß, mit dem Bus oder dem kostenlosen Trolley zu erkunden. Die Insel Miami Beach ist 16 Kilometer lang, sodass man manchmal doch auf den Bus umsteigen muss. Der Free Trolley Service, das sind kostenlose Kleinbusse, die alle 20 Minuten die Küste abfahren und an wichtigen Stationen, wie der Collins Avenue, halten. Sie sind meist voll und man steht immer recht eingequetscht, aber sie sind eben for free.

TO DO:

  • Ocean Drive mit pastellfarbenen Art Deco Häusern, Zentrum des Nachtlebens von Miami Beach. Restaurants etc. sind dort fast unbezahlbar. Lieber in 2. oder 3. Strandreihe gucken
  • Lummus Park, führt zum Sandstrand
  • South Pointe Park zum spazieren, abhängen und Fotos machen. Von hier ersten Blick auf Miami Downtown
  • Española Way, konzipiertes historisches spanisches Dorf
  • Fotos an den berühmten bunten Stelzen-Hütten der Lifeguards machen
  • Bootsfahrt vom Bayside Marketplace durch die Biscane Bay an Star Island, den Villen der Reichen und Schönen vorbei. Bester Blick auf Skyline von Downtown Miami, viele Infos über die Stadt

TO SKIP:

Nach der Bootstour wollten wir vom Bayside Marketplace zu Fuß nach Little Havana laufen. Es war der zweite Weihnachtstag und die Straßen waren gruselig leer. Wir sind auf einen Haufen Obdachloser gestoßen und ich habe mich nicht dort garnicht wohl gefühlt, sodass wir in den Bus gestiegen sind. Man hat sich so ein bisschen verloren gefühlt. Little Havana an sich habe ich mir spannender vorgestellt, es ist eigentlich nur eine Straße mit kubanischen Geschäften. Ich würde es vielleicht auslassen und eher nach Wynwood fahren. Das haben wir leider nicht mehr geschafft.

Florida Keys

Key West

Ab Homestead (dort war unsere Unterkunft- gute Ausgangslage für Florida Keys und Everglades) beginnt der US-Highway 1, den man auch Overseas Highway nennt. Die Fahrt über die Florida Keys bis nach Key West gilt als Scenic Highway und führt über rund 200 km und 42 Brücken. Da die Unterkünfte in Key West sehr teuer sind, machen viele nur einen Tagesausflug dorthin und fahren die Strecke an einem Stück durch. Auch wir haben nur einen Tagesausflug nach Key West gemacht.

Je weiter man sich vom Festland entfernt, umso karibischer wird die Landschaft. Beim aus dem Fenster gucken habe ich eine riesige Eidechse gesehen und wusste danach nicht mehr, ob ich sie mir nur eingebildet hab. Außerdem lag eine überfahrene Schildkröte am Straßenrand. Auf dem Rückweg haben wir ein Key deer, einen kleinen Hirsch gesehen, der auf den Keys lebt.

Auf Key West angekommen, waren wir auf der Suche nach einem Parkplatz. Da Feiertage waren (zwischen Weihnachten und Silvester) und natürlich ganz USA auf Key West Urlaub macht, sollte der Parkplatz für den Tag 30 Dollar kosten. Es war sehr heiß und wir wollten gerne einen halben Tag an den Strand und und einen halben Tag zu Fuß die Insel anschauen. Wir sind dann zufällig auf den Fort Zachary Taylor Historic State Park gestoßen.

Fort Zachary Taylor Historic State Park

Ein State Park ist ein natur- oder denkmalgeschütztes Gebiet. Für den Park mussten wir mit dem Auto 8 Dollar bezahlen. Dafür konnte man dort den ganzen Tag parken, wenn man wollte. Es gibt einen künstlich angelegten Strand, an dem man wohl super tauchen und schnorcheln kann (bei den Florida Keys gibt es das weltweit 3. größte Riff), eine Burg, 3 kleine Spazierwege und eine ganz besondere Flora und Fauna.

Leider stand der Wind wohl an dem Tag so, dass die Wellen sehr hoch waren und das Wasser dadurch sehr aufgewühlt war und man konnte beim Schnorcheln nicht mal seine eigenen Füße sehen. Von dem Strand war ich enttäuscht und habe auch an anderen Orten der Keys weder schönes Wasser noch schöne Strände gesehen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Die Strände waren eher wie am Baggersee.

Nach einer Stunde in der Sonne, wollten uns die Burg angucken. Plötzlich hat mein Freund sich erschrocken und einen großen Sprung zur Seite gemacht, weil irgendwas Großes im Gebüsch verschwunden ist. Und da war tatsächlich wieder eine von den Echsen, die ich auf dem Weg gesehen habe. Hinter dem Tor, am Eingang der Burg, gibt es auf der linken Seite ein ganz kleines Waldstück mit einem Flüsschen, in dem einiges los war. Wir haben die Echsen in allen möglichen Größen, Formen und Farben gesehen. Wirklich unglaublich, wir konnten unseren Augen kaum trauen, die waren überall auf den Bäumen, grüne, rote, braune, teilweise 1-2 Meter lang. Dann haben wir auch gesehen, wie eine richtig große Schlange ihren Kopf aus dem Gras gehalten hat. Auch wenn man von der Burg mal genauer betrachtet, was so unter einem und gegenüber in den Bäumen sitzt, merkt man schnell, dass die Leguane (Iguana) überall sind. Wir haben auch eine Schildkröte im Wasser gesehen. Da man auch wieder mit dem Auto rausfahren muss, wenn man den Park verlässt, haben wir im Internet nach Gratis Parkplätzen gesucht und sind auch in der Nähe des Southernmost Point fündig geworden. Den Rest des Tages sind wir zu Fuß unterwegs gewesen.

Southernmost Point

Der Southernmost Point ist der südlichste Punkt der kontinentalen Vereinigten Staaten. Dort gab es eine lange Schlange, weil die Leute ein Bild mit dem berühmten Wahrzeichen haben wollten. Ich habe den Hype darum nicht verstanden, es war wirklich kein besonderer Ort. Ich habe mich also nicht mit angestellt.

Whitehead Street

Dann sind wir die Whitehead Street entlang spaziert bis zum Mallory Square. Die Farben der Häuser, die Palmen, der Leuchtturm, alles hatte so ein ganz besonders gemütliches und karibisches Flair. Man passiert das Hemingway- Haus und das Truman Little White House.

Mallory Square

Am Mallory Square sollte man dann zur Sonnenuntergangszeit sein, denn der Sonnenuntergang kann sich wirklich sehen lassen. Es ist super voll, alle versammeln sich dort, schauen zu wie sich der Tag verabschiedet und wenn die Sonne untergegangen ist, wird geklatscht. Die Farben waren toll! Am Mallory Square habe ich mir auch noch einen frischen Ananas-Kokosnuss-Saft in einer Ananas mit einem Refill geholt.

Duval Street

Zurück zum Auto sind wir durch die verrückte Duval Street spaziert. Es ist eine Einkaufsstraße mit Bars und Restaurants, Live Musik und perfekt zum Bummeln.

Key Largo

Wir haben im John Pennekamp Coral Reef State Park (5 Dollar Eintritt pro Auto) eine Schnorcheltour gebucht, die aber spontan wegen des Wetters abgesagt wurde. Der Strand dort war wie schon auf Key West nicht besonders schön und es gab Moskitos ohne Ende. Außerdem haben Schilder, die vor Alligatoren warnten, das Baden nicht entspannt gemacht. Das Wasser war auch einfach irgendwie sumpfig.

Homestead

In Homestead hatten wir uns für ein Motel für 3 Nächte entschieden. Die Stadt hat die perfekte Ausgangslage für die Florida Keys und die Everglades. An der langen Hauptstraße findet man fast alle Supermärkte und Fast Food Ketten. Außerdem gibt es dort ein großes Outlet Center, den „Florida Keys Outlet Marketplace“ (Unbezahlte Werbung). Man findet viele Markengeschäfte, die teilweise viel günstigere Preise haben als in Deutschland. Aber Achtung, die Mehrwertsteuer ist auf den Preisen nicht ausgewiesen, sondern wird an der Kasse immer nochmal drauf gerechnet. Für Jeans, Turnschuhe und einiges mehr, kann man dort auf jeden Fall richtig gut shoppen und sich neu einkleiden.

Nationalpark Everglades auf eigene Faust

Wir sind von Miami aus morgens ganz früh in die Everglades aufgebrochen. Wir sind ca. eine Stunde gefahren und haben uns unterwegs noch mit Snacks eingedeckt und getankt. Ein guter Ort zum Übernachten und die Everglades zu erkunden ist Homestead (auch gute Ausgangslage für Ausflüge auf die Florida Keys).

Für Naturliebhaber hat Florida neben weiten Sandstränden, coolen Städten und Vergnügungsparks noch die weite Sumpflandschaft der Everglades mit ihrer reichen Flora und Fauna zu bieten! Der Everglades National Park wird häufig als Sumpfgebiet bezeichnet, es handelt sich aber eigentlich um einen großen Fluss, dessen Fließbewegung so langsam ist, dass wir sie nicht wahrnehmen können. Von Pelikanen, Flamingos und Anhingas über Schildkröten, Schlangen, Seekühen und reichlich Alligatoren haben wir alles gesehen. Es lohnt sich, wie fast immer, so früh es geht, aufzubrechen!

Ich möchte hier keinen Touristen-Ausflug mit dem Airboat empfehlen, zumal die im Nationalpark auch nicht durchgeführt werden dürfen, sondern von meiner Everglades-Tour auf eigene Faust mit dem Auto erzählen.

Die Everglades teilen sich in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Der südliche Teil ist durch einen Nationalpark geschützt. Die Vielfalt der Tierwelt ist erstaunlich: Alligatoren leben neben dem bedrohten amerikanischen Krokodil. Außerdem gibt es Schildkröten, Manatees, Schlangen, Waschbären, Panther, Reiher, Pelikane und viele andere Vogelarten. Es ist eine Glückssache was man davon alles sieht. Die Vielfalt der Landschaft in den Everglades ist beeindruckend. Man durchquert Sumpfgebiete, Mangrovenwäldern, Graslandschaften, Savannen, Mahagonibaumwälder und Palmenlandschaften.

Einpacken!
Zeit & Geduld
Sonnencreme
Mückenspray
Essen & Trinken
Vollen Tank
Regenschutz 

Der südliche Teil der Everglades

Von Homestead fährt man nicht weit bis zum Ernest F. Coe Visitor Center. Dort zahlt man 10 Dollar pro Fahrzeug und das Ticket ist 7 Tage gültig und jeden Cent wert. Die Visitor Center haben alle Informationen, Kartenmaterial und Toiletten. Es lohnt sich dort bei Ankunft kurz vorbei zu schauen. In den südlichen Everglades gibt es nur diese eine Straße, die sich vom Ernest F. Coe Visitor Center bis zum Flamingo Visitor Center erstreckt. Sie ist ca. 80 Kilometer lang. Es gibt auf der ganzen Strecke immer wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnungen vor verschiedenen Tieren, die die Straße überqueren können. Von dieser Hauptstraße gehen links und rechts kleine Straßen ab, das sind die verschiedenen Trails, die auch ausgeschildert sind. Es gibt immer einen Parkplatz (meist keine Toiletten), eine kleine Infotafel auf der steht, was es dort zu sehen gibt und wie lange man läuft und meist ausgebaute Wege oder Pfade, um aus sicherem Abstand die Pflanzen- und Tierwelt zu beobachten. Oft ist man ganz allein, es gibt keine Ranger, kein Notruftelefon, keinen Empfang, keine Toiletten, keine Tankstellen. Erst dann merkt man, dass man wirklich mitten in der Wildnis angekommen ist.

Wir haben mit dem Anhinga Trail begonnen. Der Anhinga Trail war für uns eines der Highlights. Auf dem Parkplatz angekommen, warteten dort schon Geier, die die Autos zerkratzen, weshalb es kostenlose Planen zum Abdecken gab. Nachdem wir unser Auto abgedeckt haben, sind wir auf unsere erste Wanderung gegangen. Wir haben unsere ersten Alligatoren gesehen, eine Schildkröte und jede Menge verschiedene Vogelarten, unter Anderem den Anhinga, den Schlangenhalsvogel. Jeder Trail hatte seine Besonderheiten. Wir sind Trail für Trail abgefahren, bis wir am Flamingo Visitor Center angekommen sind. Auch dort haben wir einige Tiere gesehen, vor Allem, ganz unerwartet, auch Manatees. Es gibt sie in ganz Florida und wir haben schon überall in Hafengebieten Schilder gesehen, die auf die Tiere hinweisen, aber haben keines davon zu Gesicht bekommen. Hier wurden sie vom Frischwasser angelockt und wir waren ganz entzückt.

Der nördliche Teil der Everglades

Der Tamiami Trail führt nördlich des Nationalparks entlang, sodass man dafür keinen Eintritt zahlen muss. Wir haben den Vormittag für die Strecke eingeplant um nach Naples, an die Golfküste, zu fahren.

Entlang des Tamiami-Trails gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man eine Airboat-Tour mit anschließender Alligatorenshow buchen kann. Ich aber konnte mir nicht vorstellen durch diese wunderbar geschützte einmalige Tier- und Pflanzenwelt mit einem so lauten Boot, für das man Ohrenschützer brauch, zu fahren. Das war ja genau das Besondere an der Landschaft, dass man eine Stille genießen konnte, die man nur noch selten findet und die Tiere, ohne sie zu stören in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann. Nicht ohne Grund sind Airboats im Nationalpark (im südlichen Teil der Everglades) auch verboten. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Auch am Tamiami Trail gibt es mehrere Trails, die man laufen kann. Das Highlight für uns war der kleine Trail beim Big Cypress Oasis Visitor Center. Dort gibt es einen kleinen Fluss, in dem wir bestimmt 15 Alligatoren in kürzester Zeit gesehen haben. Generell haben wir auf den Stopps am Tamiami Trail überall sehr viele Alligatoren gesehen.

Tipp für die Everglades:

Keinen gebuchten Tagestrip von Miami aus machen, sondern sich wirklich Zeit nehmen und die Everglades an mindestens einem ganzen Tag auf eigene Faust zu erkunden. Ich empfehle die südliche Tour auf jeden Fall und die nördliche Tour zum durchfahren. Alle Touristenattraktionen in den Everglades würde ich auszulassen.

Naples

Nachdem wir am Vormittag den Tamiami Trail durch die Everglades mit einigen Stopps durchgefahren sind, haben wir die andere Hälfte des Tages in Naples verbracht. Naples liegt an der Westküste von Florida, am Golf von Mexiko. Die Stadt ist eine der wohlhabendsten der USA und hat die zweithöchste Dichte an Millionären. Kein Grashalm tanzte dort aus der Reihe, alles war extrem sauber und sehr perfekt. Dazu kommt eine sehr niedrige Kriminalitätsrate.

Fifth Avenue South

Wir haben am Ende der Fifth Avenue South im kostenlosen Parkhaus geparkt und sind dann die Luxusmeile Fifth Avenue (wie die Fifth Avenue in New York) entlang bis zum Strand spaziert. Die schicken Geschäfte haben und die Meile an sich haben einen besonderen Flair und sind schön anzusehen.

Strand

Der Strand ist super feinsandig und kilometerlang. Hier haben wir uns ein bisschen entspannt und abgekühlt.

Naples Pier

Zum Sonnenuntergang ging es dann zu Fuß zum Naples Pier, der auch direkt am Strand liegt. Auch wenn es viele Menschen waren, hat mich der Anblick einfach nur sprachlos gelassen. Die Farben des Sonnenuntergangs von rosa zu orange über rot bis hin zu lila habe ich so noch nie gesehen. Der Sonnenuntergang war sogar schöner als auf Key West. Dazu kam das Spektakel, das uns die Pelikane geboten haben. Mit unglaublicher Geschwindigkeit stürzten sich die riesen Vögel die ganze Zeit ins Meer und tauchten unter, um Fische zu jagen. Und als ich da so stand und mich von der Natur beeindrucken lies, tauchte plötzlich noch ein Delfin direkt vor mir zum Luft holen auf und umkreiste den Pier.

Als es dunkel wurde, sind wir noch ein bisschen durch das Wohngebiet und die Einkaufsstraße zurück zum Auto gebummelt, um uns auf den Weg nach Fort Myers zu machen. Was wir in Naples erlebt haben und die Stadt an sich, die für mich irgendwie den Inbegriff von Friedlichkeit darstellt, war eins der Highlights unserer Reise.

Sanibel Island und Captiva

Übernachtet haben wir in Fort Myers. Am nächsten Tag haben wir uns auf nach Sanibel Island und Captiva gemacht. Zu den Inseln kommt man über eine gebührenpflichtige Brücke für 6 Dollar pro Fahrzeug. Wir sind zum Bowmen’s Beach gefahren, da der Strand bekannt für seine zahlreichen Muscheln ist. Auf Sanibel Island gibt es das größte Muschelvorkommen der USA.

Erstmal waren wir von den teuren 5 Dollar pro Stunde für den Parkplatz (es gibt keine andere Möglichkeit zu parken) erstaunt. Eigentlich wollten wir den ganzen Tag dortbleiben. Der Strand ist sehr weitläufig, naturbelassen, sogar ein bisschen wild. Man kann weit laufen und tolle Muscheln sammeln. Zum Baden und Sonnen allerdings, hat er uns nicht gefallen, das Wasser war auch irgendwie braun. Ein bisschen enttäuscht, aber mit riesigen Muscheln im Gepäck, sind wir weiter nach Captiva gefahren. Dort angekommen haben wir einfach keinen Parkplatz bekommen und mussten leider umdrehen. Wir sind nach Fort Myers Beach gefahren.

Fort Myers Beach

Der Strand ist echt schön. Auch sehr weitläufig und super zum Baden und zum Entspannen. Ich habe einen Spaziergang am Strand und auf den Pier gemacht, von dem man einen guten Überblick über die Touristenregion bekommen kann. Am Abend sind wir im Örtchen bummeln gegangen, das aber lediglich aus ein paar wenigen Geschäften und Restaurants besteht.

Wir hatten am Abend noch ein bisschen Zeit und sind ins Sanibel Outlet gefahren. Die Outlet Center sind alle gleich aufgebaut.

Alles in Allem hätte ich den Stopp in Fort Myers mit den Ausflügen nach Sanibel Island und Captiva im Nachhinein komplett ausgelassen und eher eine Nacht in Naples eingebaut.

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter nördlich nach Madeira Beach.

Madeira Beach

Am Madeira Beach hatten wir ein unglaublich schönes Hotel „Barefoot Beach Club“ (Unbezahlte Werbung) direkt am Strand über Silvester gebucht. Ein weitläufiger und feinsandiger Strand, an dem wir uns 3 Tage mal richtig erholt und entspannt haben. Entspannung kommt auf so einer Rundreise manchmal ein bisschen zu kurz, weil man den ganzen Tag unterwegs ist und meist spät abends einfach nur ins Motel-Bett fällt. Eigentlich hatten wir Ausflüge nach Clearwater Beach, St. Petersburg, Caladesi Island, Siesta Key und Anna Maria geplant, da wir aber das schöne Hotel und die einmalige Lage am Strand ausnutzen wollten, sind wir nur dortgeblieben. Neben dem Strand gibt es im Ort John’s Pass Village& Boardwalk. Ein kleiner Boardwalk über dem Wasser, von dem man aus Delfine, Fischer, Boote und viele verschiedene Vögel beobachten kann. Es gibt dort auch Geschäfte und Restaurants, wo man frische Meeresfrüchte und Fisch unter freiem Himmel und mit Blick aufs Wasser essen kann. Man kann Souvenirs shoppen oder eine Bootsfahrt buchen. An Silvester waren wir tagsüber am Strand, am Nachmittag am John‘s Pass was essen, haben am Abend den Sonnenuntergang geguckt und in einer Bar amerikanischer Country Musik gelauscht. Um 00:00 haben wir das neue Jahr mit den Füßen im Sand begrüßt.

Crystal River

Crystal River war unser nächster und letzter Stopp, bevor es für uns zurück nach Atlanta ging.

Die Stadt Crystal River ist nach ihrem Fluss benannt und wird als Manatee Hauptstadt der Welt bezeichnet. Die grauen, großen Seekühe (Manatees) leben im Süß- und Salzwasser. Sie mögen es gerne warm und ziehen sich daher in den Wintermonaten, wenn das Wasser im Meer zu kalt wird, ins Landesinnere, vor Allem nach Crystal River, zurück, wo das Wasser dank der warmen Quellen das ganze Jahr konstante 22 Grad hat.

Manatees gelten als sowas wie das Wahrzeichen von Florida, jeder ist auf der Suche nach ihnen und freut sich, wenn er sie zu Gesicht bekommt. Das Schwimmen mit ihnen ist allerdings nur an einem einzigen Ort in Florida, offiziell erlaubt, nämlich in Crystal River. Und auch dort nur unter strenger Beobachtung. Es gibt auch Abgrenzungen, die man zum Schutz der Tiere nicht überschreiten darf. Die Tiere sind gefährdet und genießen in Florida einen besonderen Schutz. Sie sind sehr neugierig und kommen oft direkt auf den Menschen zu.

Vor allem bei King’s Bay kann man bei einer Kajak-Tour oder beim Schnorcheln mit ihnen auf Tuchfühlung gehen. Auch hier lohnt es sich, früh zu starten, da die Tiere morgens aktiver sind und man daher mehreren begegnen wird.

Wir hatten das süße Motel The Port Hotel and Marina (Unbezahlte Werbung) in Crystal River mit Terasse direkt am Wasser gebucht für eine Nacht. Am Abend haben wir auch dort einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben können während wir Delfine beim Jagen beobachtet haben. Dort haben wir uns beim Port Hotel Dive Center (Unbezahlte Werbung) ein Doppelkajak für 4 Stunden gemietet und sind damit zu mehreren Quellen gefahren unter anderem auch zu den berühmten Three Sisters Springs. Auf dem Weg kann man die wunderschöne und idyllische Landschaft um Crystal River und die Häuser entlang der Flüsse geniessen.

Es waren viele Ausflugsboote mit Motor und sehr vielen Touristen unterwegs. Wir konnten nicht nachvollziehen, weshalb es erlaubt ist mit Motorbooten in die schmalen Flüsse zu fahren. Wir haben unser Kajak an den Three Sister Springs angeknotet und sind mit Schnorchelausrüstung in die Quellen geschwommen. Plötzlich hat man sich gefühlt wie im Paradies, das Wasser war durchsichtig türkis und es sind mehrere Manatees unter uns und an uns vorbei geschwommen. Es kommt einem irgendwie unreal vor, weil die sanften Tierchen bis zu 5 Meter lang werden und 500 Kilo wiegen können. Wir haben sogar eine Mutter mit ihrem Jungen gesehen. Ein einmaliges Erlebnis! Wir sind zurück zum Kanu geschwommen und haben uns langsam auf den Rückweg gemacht. Auch unterwegs sind Manatees sind uns an unserem Kajak wieder mehrere Manatees begegnet. Manchmal erschreckt man sich richtig, da sie laut röcheln, wenn sie mit ihren süßen Nasen auftauchen. Am Abend ging es für uns dann wieder zurück nach Atlanta.

Lasst es mich gerne wissen, wenn ich euch bei eurer Urlaubsplanung noch helfen kann oder auch schon helfen konnte. Freue mich über jede Rückmeldung. Viel Spaß in Florida!

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